Reiatweg (SH)

Wegweiser

Für meine heutige Wanderung wähle ich den Reiat aus. Einen Kantonsteil, den ich fast nicht kenne. Die Wanderung beginnt in Thayngen-Hüttenleben. Der Weg führt von Beginn weg im Wald den Hang hinauf. Eine halbe Stunde benötigte ich für den ersten Kilometer und 120 Höhenmeter. Dann erreiche ich eine Feuerstelle mit Aussicht in den Hegau. Sogleich fallen mir zwei «altbekannte» auf. Es sind der Hohenstoffeln und der Hohenhewen, die ich vor sechs Wochen aufsuchte. Nach einem weiteren Aufstieg wir schon bald der nächste Aussichtspunkt angezeigt. Ein Balkon gibt wiederum den Blick frei in den Hegau und den Reiat. Der Weg steigt immer noch an. Habe gar nicht gewusst, dass es im Reiat so bergig ist! Wenigstens verläuft der Aufstieg meistens im Wald. Anderen Wanderern begegne ich nicht.Nach anderthalb Stunden erreiche ich bereits den dritten Aussichtspunkt, mit Blick auf Opfertshofen.

Hüttenleben
Hohenstoffeln und Hohenhewen
Blick in den Reiat
Aussichtspunkt
Blick auf Opfertshofen
Aussichtspunkt ob Opfertshofen

Nach 4 km ist der höchste Punkt erreicht. Beim Austritt aus dem Wald erblicke ich die drei Windräder vom deutschen Windpark Verenafohren (Wiechs am Randen). Von hier fällt der Weg runter gen Opfertshofen. Oberhalb des Dorfes lädt eine Bank mit Aussicht auf den Reiat und den Hegau zum Verweilen ein. Hier mache ich eine Pause.

Im Wald
S2490005
Reiatstübli
Windpark Verenafohren
Rastplatz Opfertshofen
Opfertshofen
Reiat
Pause
In Opfertshofen

Vorbei am bekannten, jetzt natürlich geschlossenem, Restaurant Reiatstübli geht es nach Opfertshofen. Im Dorf blühen viele farbige Bäume und die Kirchturmuhr zeigt Mittag an. Ausserhalb des Dorfes führt der Weg in Richtung Wiechs (D), zweigt aber bald im rechten Winkel rechts ab nach Altdorf. (Bei den deutschen Ansichtskartenhändlern findet man immer viele Karten unter Altdorf SH, das sind aber ausnahmslos Karten von Altdorf UR). Von oben erkennt man, dass auch hier die Strasse nach Deutschland gesperrt ist. Ich glaube, ich war bis heute noch nie in Altdorf. Am Ortschild von Altdorf hängt nebst der 50er-Tafel das Schild «Energiestadt». Das Wort Stadt bei knapp 200 Einwohnern ist schon ein bisschen irritierend. Das Dorf verlasse ich im Aufstieg durch den nördlichsten Rebberg der Schweiz. Die Rebstöcke treiben in diesen sonnigen Tagen stark aus. Der Weg macht jetzt einen Bogen durch den nördlichen Teil des Reiats.

Ab dem Föhrenhof bildet er die Grenze zu Deutschland, bleibt aber immer auf Schweizer Boden. Beim Waldrand folgt er diesem im rechten Winkel gegen Osten. Ich laufe diesem entlang, als ich plötzlich eine Stimme höre. Erschrocken drehe ich mich um, sehe aber niemanden. Wieder höre ich eine Männerstimme. Sie kommt von oben herunter! Nein, nein, von so hoch wie ihr jetzt denkt, kommt sie nicht. Es ist ein Wanderer, der sich, in Ermangelung einer Sitzgelegenheit, auf einem Hochsitz zur Mittagspause niedergelassen hat! Nach einem kurzen Schwatz setze ich meinen Weg fort. Auf einem schattigen Stapel Baumstämme setze ich mich zur Mittagspause hin und verpflege mich.

Wiechs am Randen (D)
Grenze-Wiechs
Altdorf
Energiestadt Altdorf
Im nördlichsten Rebberg der Schweiz
Grenzweg
Mittagspause

Der Rückweg führt anfänglich noch durch den Wald oder am Waldrand entlang. Teilweise auch der Landesgrenze entlang. Eine Grenzpatrouille traf ich den ganzen Tag keine (im Gegensatz zur Grenze an der Wutach). Viele gelb leuchtende Rapsfelder bilden den Kontrast zur grünen Landschaft und dem blauen Himmel. Eine aufgeschreckte Schafherde flüchtet von mir weg. Eine Tafel beschreibt die Geschichte des Schmugglergrabens und ein altes Zoll- oder Wachthäuschen erinnert an Zeiten als die Grenze noch nicht so offen war (wie heute wieder). Auf dem nachfolgen Grillplatz halte ich nur kurz. Unten ist der Ort Hofen zu erkennen, den ich nach einer halben Stunde erreiche. Schon von oben sticht das markante «Holländerhaus» heraus. Ein Riegelbau aus dem 17. Jh. An das ehemalige Ziegelwerk erinnert nur noch eine Tafel am Transformerhäuschen.

Am Waldrand
Schmugglergraben
Nostalgisches Zollhäuschen
Rapsfeld
Schmugglergraben-2
Blick auf Hofen
Schafherde
Rastplatz ob Hofen
Thobias Holländer-Haus in Hofen

 

Nach der Überquerung des Flüsschens Biber folgt ein letzter Aufstieg, wieder entlang der Landesgrenze. Einige in voller Blütenpracht stehende Niederstammbäume lassen mich die Kamera hervorholen. Auf der Höhe leuchten wieder die Rapsfelder. Beim Abstieg nach Bibern erinnert ein überdecktes Feld an die riesigen Treibhäuser in Andalusien, im Volksmund «Mar de plástico» genannt. Vor Erreichen des Dorfes mache ich nochmals eine Pause auf einer Bank. In der Ortsmitte überquert der Weg die Biber und der Dorfstrasse entlang, am Schreibmaschinenmuseum vorbei, wieder zur Biber zurück. Von hier an ist es vorbei mit den einsamen Wanderwegen. Jetzt muss man sich den Weg mit den Radfahrern teilen. Auf dem stark benutze Radweg ist das gesamte Zweiradsortiment anzutreffen, benutzt vom Kleinkind bis zu den Senioren. Im klaren Wasser der Biber tummeln sich auffallend viele Fische. Das Flüsschen bildet hier teilweise die Landesgrenze. Nach 2.2 km auf dem Radweg bin ich wieder in Thayngen-Hüttenleben zurück.

Letzter Aufstieg
letzte Pause
Schreibmaschinen-Museum
Verblühter Löwenzahn
Blick auf Bibern
Fische in der Biber
Blühender Baum
Bibern
Vor Thayngen

Tourinfos: Länge 18.9 km, Höhenmeter 480 m, Marschzeit 4:17, Dauer 7:05

Weiterführende Infos: http://www.reiatweg.ch

Hier das Video dazu

Plan Reiatweg

 

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2 Antworten zu Reiatweg (SH)

  1. Rosmarie Fischer sagt:

    Grüezi Peter
    Während ich jetzt deinen interessanten Bericht lese und die dazugehörenden Bilder anschaue bemerke ich dass es ganz schön und fein regnet.
    Ich denke, dass die Felder die du gefilmt hast auch sehr froh sind über diesen Regen.
    Ja der obere Teil vom Kanton ist mir auch nicht bekannt, geschweige dann nicht per Schustersrappen.
    Liebe Grüsse Rosmarie

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