Hallau – Trasadingen – Wangental – Osterfingen – Hallau

 

Magnolienbaum

Am Morgen um 9 Uhr ist es frisch, nur etwa 7°. Für April eigentlich normal, aber gegenüber den letzten Tagen deutlich kühler. Ich starte in Hallau und verlasse das Dorf in südwestlicher Richtung. Gleich ausserhalb von Hallau erblicke ich zwei Frauen, die auf meinen Weg zu laufen. Ich erkenne Danielle, die Pöstli-Wirtin und Eveline, beide mit Coronabedingtem Arbeitsverbot belegt. Auch sie halten sich mit täglichen Spaziergängen fit. Während ihr Weg zu den Reben rauf führt laufe ich in der Ebene entlang Trasadingen entgegen. Die gelben Rapsfelder stehen im leuchtenden Kontrast zu den grünen Wiesen. Vom Feldweg wechsle ich auf den Veloweg. Ein Herde Jungvieh ruht sich auf einer Wiese aus. In Trasadingen sieht man nur sehr wenige Leute auf den Strassen. Vorbei am markanten Globularhaus und der Bahnhaltestelle geht es wieder aufs freie Feld. Über der geschlossenen Grenze liegt Erzingen (Gemeinde Klettgau). Sicher warten sie dort schon sehnlichst auf die Schweizer Kunden.

Zwischen Hallau und Trasadingen
Rinder bei Trasadingen
Bei Trasadingen
Vor Trasadingen
Trasadingen
Globularhaus Trasadingen

Bei Wilchingen, nach 7 km, setze ich mich im Schatten einer Scheune auf einen Holzstapel, esse eine Banane und erkunde auf der Karte den weiteren Streckenverlauf. Ich muss darauf achten, dass ich nicht versehentlich auf deutsches Gebiet gelange. Bis kurz vor dem Bad Osterfingen verläuft der Weg auf einer Güterstrasse in der Ebene. Dort wechsle ich für 500 m auf die Landstrasse, vorbei am geschlossenen Restaurant. Hier zweigt der Weg wieder von der Landstrasse ab. Auf der südlichen Talseite wandere ich, teils auf Wiesenwegen, teils durch den Wald dem Tal entlang. Im Wald sind einige umgefallene Bäume zu übersteigen. Vermutlich eine Folge der Trockenheit. In einem Abschnitt ist der Boden übersäht mit violetten Blumen, die ich nicht kenne.

Erzingen-Klettgau (D)
Bad Osterfingen
Violette Waldblume
Klettgau SH
Wangental beim Bad Osterfingen
Waldblumen
Urdinkelfeld
Am Rossberg

Beim Seelein komme ich doch noch in einen «Grenzkonflikt», die Grenzsteine stehen plötzlich südlich des Weges. Da die Grenzwacht in der Nähe Kontrollen macht, laufe ich über die Wiese bis zum Schilf-Ufer. Ein Steg, der sogenannte Bibersteg führt durch den Schilf. In der Mitte des Steges steht eine Bank. Hier mache ich meine Mittagspause. Im Schilf raschelt, quakt und zwitschert es. Der Biber hinterliess Spuren an den Bäumen, aber er lässt sich nicht blicken. Die Ruhe hier ist herrlich. Leider wird sie gestört durch einen andauernd laut telefonierenden Deutschen, der sich auch am See aufhält. Aus den späteren Beobachtungen schliesse ich, dass er hier warten musste, bis die Grenzwacht ihre Kontrolle aufhob und er die Fahrt in die Schweiz fortführen konnte.

Seelein im Wangental
Tor zum Bibersteg
Bibersteg im Wangental
Auf dem Bibersteg
Taucherli - Blässhuhn
See Wangental

Den Rückweg beginne ich dann doch auf dem auf deutschem Boden liegendem Weg, der aber nach 100 m wieder schweizerisch ist. Nach einer Viertelstunde führt der Weg der Flanke des Rossbergs hoch. 1.5 km und 100 Höhenmeter weiter ist die Nase des Berges erreicht und der Weg senkt sich in einem 90° Bogen Richtung Osterfingen zu. Ein Bänkli mit grandioser Aussicht auf Osterfingen und den Klettgau lädt zu einer Rast ein. Beim runterlaufen fahren zwei Feuerwehrautos zum Dorf runter. Wie ich später erfahre, mussten sie einen kleineren Waldbrand löschen. Bei der Kirche folge ich dem Weg zur Trotte und setze ihn durch den Rebberg fort. Die Reben beginnen bereits zu grünen. Nun darf kein Frost mehr kommen. Das meinte auch ein Rebbauer, mit dem ich einen kurzen Schwatz halte. Im Tal unten kümmert sich die Polizei um eine verletzte Person. Ich meinte, es handle sich um eine/einen Radfahrer/in. Aus der Ferne ist es nicht erkennbar. Kurz darauf höre und sehe ich die Ambulanz anfahren.

 

am Rossberg
Maieriesli - Maiglöckchen
Bänkli oberhalb Osterfingen
Ob Osterfingen - Blick in den Klettgau
Trotte Osterfingen
Osterfingen

Beim Gemeindehaus Wilchingen warten die Tische auf Gäste, aber auch hier müssen sie sich noch gedulden. So gibt es statt einem kühlen Bier «nur»  Wasser vom Brunnen. Unter der alten Schule durch führt der direkte Weg nach Hallau ein letztes Mal einen kurzen Anstieg hoch. Auf einer Bank am Ortsrand mache ich nochmals eine kurze Pause mit Apfel und Banane. Von hier sind es nur noch 2.4 km über die Station Wilchingen-Hallau bis zum Ausgangspunkt.

Wilchingen
Kollege
Hallau

Für die 20.8 km war ich knapp 7 Stunden unterwegs, davon 4:35 reine Laufzeit.

Hier das Video dazu

Plan 16-4-20
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4 Antworten zu Hallau – Trasadingen – Wangental – Osterfingen – Hallau

  1. Martha Nüesch sagt:

    Guten Abend Peter
    Endlich höhrt man wieder etwas von dir
    Ich kann mir vorstellen dass es ein Vergnügen ist
    In diesen herrlich grünen Landschaften zu wandern
    Die Bilder und der Film, wie immer klasse
    Liebe Grüsse Martha

  2. Rosmarie Fischer sagt:

    Grüezi Peter
    Wiederum schöne Bilder und hier im Klettgau kenne ich mich auch gut aus.
    Es ist schon erstaunlich was die Biber alles “ anstellen “ sprich kaputt machen, aber soviel ich weiss sind diese Tiere ja geschützt.
    Liebe Grüsse Rosmarie Fischer

    • Peter sagt:

      Grüezi Rosmarie
      Ich freue mich immer über deine Rückmeldungen. Dieses Seelein könntest du mit deinem E-Bike wahrscheinlich auch noch erreichen. Ist ein schönes Plätzchen. Gruss Peter

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