Randen – Hagen – nördlichster Punkt der Schweiz

Sonntag 3. September 2017          29.8 km

Der Randen liegt noch im Nebel, hingegen den Hagenturm mag man erkennen. 10 ° frisch ist es als ich um 20 vor Neun loslief. Beim Babental hört man das Geläute der Kuhglocken. Es steht demjenigen in den Alpen in nichts nach. Vom Wald her hört man verschiedenste Vogelrufe. Bevor es in den Wald geht, zeigt sich die Sonne. Mal schauen, wie lange es anhält. In den «Chällen» besichtige ich die neue Schutzhütte mit Feuerstelle. Eine Infotafel weisst darauf hin, dass sich hier im 16.Jh. ein Treffpunkt der Täufer befand.

Zum Randen hoch gibt es jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder auf der alten Randenstrasse oder auf dem neu ausgeschilderten Täuferweg. Die zweite Variante ist die kürzerere, da direkt geführt, auch die steilere. Nach den Regenfällen der letzten Tage, wird es hier vermutlich matschig und glitschig sein. So ziehe ich die Forststrasse vor.

Ein Teilstück des Täuferweges laufe ich dann trotzdem und meine Befürchtungen bestätigten sich. Beim Austritt aus dem Wald lichteten sich die letzten Nebelschwaden auf dem Zelgli. Auf einer Bank mache ich eine kurze Pause in der wärmenden Sonne. Drei Wanderer treffen noch ein.

Ich laufe weiter zum Parkplatz Talisbänkli. Dort steht ein Radfahrer und studiert die Karte, oder nein, heute hat man ja Tablets. Er will nach Schaffhausen und ich gebe ihm einige Informationen zur Strasse. Bis zum Heidenbaum bleibe ich auf der asphaltierten Strasse. In der Fortsetzung läuft man wieder auf unbefestigtem Weg in Richtung Hagen. Hinter mir höre ich schon längere Zeit ein Geräusch. Es ist eine Mountenbike-Fahrerin. Sie ist kaum schneller als ich zu Fuss. Ein Abstecher bringt mich zu Hagenturm. Die Aussichtsplattform befindet sich in 40 m Höhe, darüber ist die weitherum sichtbare Antennenkuppel. Der Aufstieg über die 225 Treppenstufen verlangt einige Puste, vor allem wenn man schon 12.5 km gelaufen ist. Oben hat man einen uneingeschränkten Rundblick. Leider ist heute die Sicht nicht so gut. Es hängen noch Nebelschwaden über dem Land. Die Wolken am Himmel verraten auch noch nicht, ob es trocken bleibt. Der Blick durch die Gitterböden hindurch nach unten ergibt ein interessantes Bild.

Nach kurzem Verweilen auf dem Turm setze ich meinen Weg fort. An den Wegweisern findet man jetzt auch das Symbol des Jakobsweges. Hier verläuft der Jakobsweg Neckar-Baar. Von Rottweil her kommend führt er über Blumberg, Hagen, Talisbänkli, Hemmental nach Schaffhausen. Auf der Schweizerseite ist der Weg in beide Richtungen mit einem hellgrünen Schild markiert. Damit die Pilger in die richtige Richtung laufen, ist dasjenige Zeichen nach Santiago d.C. mit einem blauen Balken unterlegt. Ob das die von Norden kommenden Pilger wissen? Nach passieren des offenen Schlagbaumes an der EU-Aussengrenze, geht’s auf deutschem Gebiet weiter. An der höchsten Stelle des Randens (924 m.ü.M) befindet sich die Gebirgs-Belegstelle Hoher Randen. Hier werden Bienenköniginnen begattet. Von oben spüre ich ein leichtes nieseln. Zum Glück ist es aber rasch vorbei. In einer Schutzhütte vor dem Randenhof (Klausenhof) mache ich Pause und esse mein Brot. Das frisch gepflügte Feld beim Randehof ist mit Steinen übersäht, anscheinend sind sie hier «steinreich». Vom Hagen bis zum nördlichsten Punkt der Schweiz ist der Weg identisch mit dem Schaffhauserland-Radweg 50.

Nach 17.5 km erreiche ich den nördlichsten Grenzstein 593. Etwas erfreuliches und etwas negatives musste ich feststellen. Das erfreuliche: Es gibt jetzt einen Tisch mit Bank und eine Feuerstelle. Bisher musste ich mich hier immer ins Gras setzen. Noch auf dem Weg hier her dachte ich, dass es schön wäre, wenn hier eine Bank wäre. Als negativ empfand ich, dass der grosse «nördlichste Baum der Schweiz», an dem das Jakobsweg-Täfelchen befestigt war, nicht mehr stand. Einem (mitgebrachten) Glas Wein muss mich über die neue Situation hinweg trösten!

Bis zum Randenhof geht’s auf dem gleichen Weg zurück. Dort schwenke ich rechts ab und folge ein Stück dem Rundwanderweg Nr. 9. Häufig wird dieser nicht genutzt. Auf ihm wuchern die Pflanzen ungehindert. Dort wo der markierte Weg in spitzen Winkel nach links führt laufe ich auf dem kaum sichtbaren Pfad geradeaus weiter und komme so auf eine Wiese oberhalb des Lachenbuckhofes. Von hier erkennt man die Zollstrasse, die Beggingen mit Fützen verbindet. Auf diese gelange ich beim Birchenhof.

Die Hirsche beim Landenhof machen Siesta, es ist nur eine kleine Herde. Hier wechsle ich auf die Naturstrasse die östlich der Zollstrasse ins Dorf runter führt. Die Strecke vom Zoll bis nach Beggingen erwies sich um einiges länger, als ich in Errinnerung hatte.

 

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