Unteribach – Krai-Woog-Gumpen – Wittenschwand

 

Kirche-Unteribach

Ich stelle mein Auto bei Schwyz in Ibach ab. Nein, das ist kein Verschreiber. Eine Strasse im Ortsteil Unteribach heisst Schwyz. Die Gemeinde Ibach ist in der Nähe von St. Blasien im Hotzenwald. Zur weiteren Desorientierung: Es gibt hier noch ein Ramsen und die Strasse führt nach Lindau!

Die Temperatur beträgt angenehme 14° und der Himmel ist Wolkenlos. Die ersten zwei Kilometer laufe ich auf der Strasse Richtung Lindau. Es herrscht absolute Stille, kein Verkehr und keine Geräusche. Ein Landwirt auf seinem Kontrollgang über die Weiden winkt mir au der Ferne zu. Es ist für eine längere Zeit die einzige Person die ich sehe. Nach zwei km verlasse ich die Strasse und folge dem Marksteinweg. Immer im Wald, zuerst eben aus und später abwärts, marschiere ich ins Tal des Schwarzenbächles hinab. Ich versuche mich zu erinnern, ob ich im Schwarzwald schon mal Wild gesehen habe. Ich glaube, ich habe bisher weder noch ein Reh, noch einen Fuchs oder Hasen gesehen. Auch das laute Vogelgezwitscher wie bei uns fehlt hier. Keine 10 Minuten später querten drei Rehe den Weg. Vielleicht hat sie das Auto aufgeschreckt, dass auf dem Forstweg entgegen kommt. Auf einem Baumstumpf entdecke ich einen kleinen Wald. Einige Tännchen wachsen auf dem Moosbedeckten Stumpf.

Unteribach
Nach Lindau
Baum
Stumpf-Wald
Weiher Schwarzbächle
Weiher am Schwarzbächle

Im Tal unten trifft der Weg bei einem Teich auf die Landstrasse. Dieser folge ich talwärts, vorbei an der Schwarzen Säge, bis zum Krai-Woog-Gumpen. Hier fällt das Schwarzenbächle tosend über einen ca. vier Meter hohen Wasserfall. Nebenan befindet sich die grösste Gletschermühle des Schwarzwaldes, ein Relikt aus der Eiszeit. Auf einer Bank geniesse ich dieses Naturschauspiel. Noch weitere Wanderer finden sich ein.
400 m weiter talwärts befindet sich der Eingang zur ehemaligen Erzgrube «Hermann beim Schwarzenbach».

Schwarze Säge
Krai-Woog-Gumpen2
Erzgrube_Hermann
Krai-Woog-Gumpen_Info
Krai-Woog-Gumpen
Hermann-Stollen
Krai-Woog-Gumpen3
Gletschermühle
Stollen

Noch einen halben Kilometer verläuft der Weg auf der Strasse, dann führt der Wanderweg zur Burger-Säge runter, dem tiefsten Punkt meiner Tour. Hier mündet das Schwarzenbächle in den Ibach. Nach dem Überqueren der beiden Gewässer steigt der Weg auf der anderen Talseite an. Begleitet vom Rauschen des Ibachs führt der schattige Weg bergwärts. Die Temperatur hat in der Zwischenzeit stark zugelegt und ich bin froh, dass der grösste Teil des Weges im Wald verläuft. Von der Burger Säge an gehts auf 5.5 km mehr oder weniger nur Bergauf, von 820 auf 1060 m.ü.M. Leute sind keine zu sehen. Irgendwann kommt mir ein Aargauer Auto auf dem Forstweg entgegen. Was sucht den der hier? Zehn Minuten später kommt er wieder zurück. Erst als es wieder abwärts geht, höre ich hinter mir stimmen von zwei Wanderern und bei einer Abzweigung stehen zwei Mountenbiker. Ich bin jetzt vor Wittenschwand, fünf Stunden unterwegs, und der Hunger meldet sich. Die Frage stellt sich, soll ich in den Ort rein laufen und hoffen, dass es ein geöffnetes Restaurant gibt, oder suche ich mir ein schattiges Plätzchen und verpflege mich aus dem Rucksack. Bei einer schattigne Bank mit Blick auf Wittenschwand entschliesse ich mich für die zweite Variante. Ich genehmige mir dafür dann auf der Rückfahrt noch einen Halt für einen Cup (Eisbecher).

Burger-Säge
Der Ibach
Am Ibach
Schmetterling
Wittenschwand
Wittenschwand_Kapelle

Nach der Pause laufe ich weiter zum Klosterweiher. Wittenschwand wird dabei nur am Rande passiert. Immerhin stehen noch zwei Kapellen am Weg. Beim Klosterweiher, etwas ausserhalb des Ortes hätte es doch tatsächlich ein Restaurant mit gut besuchter Terrasse, gegeben. Wenige hundert Meter nach dem Restaurant ist der Zugang zur «Friedrich-August-Grube». Wie auf der Infotafel zu lesen ist, stammt von hier das Nickel für die ersten Schweizer Rappen-Münzen. Ich nehme den steilen weg durch die Gruben, von denen man aber nicht viel sieht. Oben muss ich mich wieder zum Wanderweg zurück orientieren. Hier fehlten die Markierungen und ohne GPS wäre es ziemlich kompliziert gewesen. Zurück auf dem Wanderweg verlasse ich bald den Wald. Die letzten drei Kilometer verlaufen über schöne Alpweiden mit weidenden Kühen. Bei der Engländerhütte mit Blick auf Ibach mache ich nochmals Rast. Auf dem Abstieg begegne ich eine Gruppe Wanderer. Eine Dame mit ausländischem Akzent versuchte es mit einem: «Grüzi miteinander». Ich korrigierte sie dann: «Ohne miteinander, ich bin alleine!» Hier oben wachsen etliche Silberdisteln. Nach kurzem Abstieg bin ich um viertel vor vier, nach 7.5 Stunde (4.75 Std. Wanderzeit) und 20.2 km beim Auto zurück.

Friedrich-August-Grube
Friedrich-August-Grube3
Friedrich-August-Grube2
Schwarzwaldalp
Engländerhütte
Silberdistel

Hier das Video

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6 Antworten zu Unteribach – Krai-Woog-Gumpen – Wittenschwand

  1. BEAT GÜNTERT sagt:

    Hoi Peter
    Du hast wiederum einen tollen Bericht verfasst mit schönen Bildern. Kaum zu glauben, dass einige Ortsnamen auch auf die Schweiz zutreffen, wie auf der Karte ersichtlich, auch noch Brunnadern. Interessant auch die Geschichte über den Nickelabbau, der scheinbar auch die Schweiz betraf.
    Gruss Beat

    • pmschlaate sagt:

      Hallo Be
      Danke für deinen Kommentar. Ja, Ortsnamen die es auch in der Schweiz gibt, trifft man in Deutschland ab und zu (Marbach gibt es einige und Rothenburg auch).
      Wenn die grosse Hitze vorbei ist, müssen wir mal die gemeinsame Wanderung nachholen.
      Gruss Peter

  2. Martha sagt:

    Hoi Peter
    Traumhaft schön die Bilder sind klasse
    Sogar Schwizer Rappa sind dir noch begegnet😉
    Gruß Martha

    • pmschlaate sagt:

      Hallo Martha
      Danke für deine Rückmeldung. Schweizer Rappen triffst du im Schwarzwald häufig an, mindestens deren Besitzer! Bei uns im Schwimmbad ist es zur Zeit genau Umgekehrt. Die «Euroaner» stellen den Grossteil der Badegäste.
      Gruss Peter

  3. Fischer Rosmarie sagt:

    Grüezi Peter
    Wiederum hast du schöne Bilder gemacht und einen interessanten Bericht dazu.
    Leider habe ich beim Video nur die Musik, aber keine Bilder . Wahrscheinlich habe ich
    etwas falsch gemacht, werde es aber später nochmals probieren.
    Gruss Rosmarie Fischer

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