06. Alquife – Guadix

Donnerstag 12. April 2018 24.7 km

 

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Gestern Abend zum Nachtessen erschienen beide. Alex wollte in der Herberge für sich kochen und hatte eingekauft. Alles war vorhanden nur hatte es kein Gas! So warteten wir gespannt auf den z‘Nacht. Als Entré gab es ein Tellerchen mit feinen Pilzen und nachher noch ein Tellerchen mit Caracoles (Schnecken). Ein grosser Teller Gemüsesuppe (püriertes Gemüse) folgte und zur Hauptspeise Croketten (nicht nur aus Kartoffeln) und Salat. Zum Dessert Joghurt oder Flan. Nach dem Essen erschien der Hospitalero wieder und führte uns zur Herberge hoch.

Im Zimmer war eine extreme Hitze. Beide Heizgeräte waren eingeschaltet und ich konnte die andern nicht überzeugen, mindestens eines abzuschalten. Nach Mitternacht wurde es aber auch Tom zu heiss und er stellte eines raus.

Ich hatte alle meine Sachen im Gang deponiert, damit ich die beiden beim Aufstehen nicht störe. Ich kann mich wieder gemächlich richten. Um halb acht erscheint der Hospitalero und bringt Kaffee und drei süsse Gebäcke für mich. Zeitgleich erscheint Alex und erklärte, dass er krank sei und hier abbreche. Der Hospitalero wird ihn nach Guadix fahren, von wo er mit dem Zug nach Madrid weiterreisen kann.

Ich verabschiede mich noch von ihm und starte. Das Wetter scheint gut zu werden. Die Sonne tritt bald hinter den Wolken hervor. Die Temperatur ist noch tief. Vorbei gehts am eingezäunten Gelände, auf dem früher Erz abgebaut wurde. Ein Abstieg führt hinab zum Río Guadix, der hier nur ein kleiner Bach ist, den es zu überqueren gilt. Ein prüfender Blick verrät mir, dass man sich hier einen Schuh Wasser rausziehen kann. Also lieber gleich die Schuhe und Socken aus und barfuss durch den kalten Bach.

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Nach einem Aufstieg, immer mit Blick auf die verschneite Sierra Nevada, erreiche ich das schöne Dorf Jérez de Marquesado. Für eine Pause hatte ich noch keine Lust und laufe weiter. Vorbei an einer Ziegeleiruine gehts wieder aufwärts. Im zu durchquerenden Pinienwald hängen Fischgräten von den Bäumen. Welcher Künstler hier den Passanten Furcht einflössen will, weiss ich nicht. Auf dem höchsten Punkt des Weges setze ich mich zu einer Pause auf einen Stein und geniesse den Blick ins Tal und auf einen kleinen Stausee.

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Unten angelangt führt der Weg um den See herum. Ein Profifotograf hat seine grosse Kamera aufgebaut um den See zu fotografieren. Ich stellte mich gleich daneben um ebenfalls eine Aufnahme zu machen. Die Sierra Nevada habe ich in der Zwischenzeit im Rücken. Es lohnt sich, sich auch wieder mal umzudrehen und den Blick zurück zu bewundern. Eine weitere blühende Mandelplantage ist zu durchwandern. Der Ort Cogollos de Guadix ist erreicht. Hier mache ich eine Pause in einer Bar. Hunger habe ich seltsamerweise noch nicht. Als ich aufbreche erscheint Tom und nimmt meinen Platz ein. Auf den nächsten, flachen Kilometer habe ich einen schnellen Schritt drauf. Heute laufe ich zum ersten Mal ohne einbandagierte Wade und ich fühle mich gut dabei. Hier in der Ebene weht ein starker, kalter Wind. Meistens ist er sehr «entgegenkommend».

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Nach einiger Zeit führt der Weg in ein Tal runter. Hier spürt man wenigstens den Wind nicht mehr so stark. Dafür legen sich aber wieder die Wolken vor die Sonne. In dieser Senke laufe ich bis vor Guadix. Zwischen einer Berglücke durch erreicht man die Stadt. Tom hat mich noch nicht eingeholt und so setze ich mich bei einem Platz, an dem ich weiss, dass er hier vorbeikommen muss auf eine Bank. Auf der App von Booking.com schaue ich, wo die Höhlenwohnung liegt, die ich mir reserviert hatte. Ich denke, etwas stimmt mit dem Gerät nicht, als der zu suchende Ort und mein Standort sich überschneiden. Ich schaue über die Strasse und sehe die gesuchte Nr. 52. So ein Zufall! DaTom noch nicht auftaucht, begebe ich mich zur besagten Adresse. Ich werde herzlich von Marie empfangen, die mich gleich umarmt. Nach erfolgter Anmeldung sehe ich Tom einlaufen und lotste ihn herein. Er ist fasziniert von diesem Viertel. Nach der Anmeldung bei Belinda, der Tochter von Maria, werden wir in ihre Küche geholt und mit einem Guten Eintopf verköstigt. Mit am Tisch ist noch der Enkel und später die aus der Schule kommende Enkelin. Dann beziehen wir die aus vier Räumen bestehende Höhlen-Wohnung. Der Vorteil dieser Cuevas ist, dass sie Sommer wie Winter dieselbe Temperatur haben. Nach dem Duschen und dem Starten der Waschmaschine besuchen wir das Höhlenmuseum und nehmen an einer Führung teil. Leider in Englisch. Zurück in der Wohnung ist die Waschmaschine noch nicht fertig. Mit ein bisschen Nachhelfen klappte es dann. Hoffentlich trocknet die Wäsche ein wenig, denn morgen brauche ich die langärmeligen Kleider wieder. Inzwischen hat es begonnen zu Regnen. Auf dem Weg ins Zentrum runter erkundige ich noch den Weg für morgen. Die Kathedrale ist geschlossen und der Alcázar ist jetzt ein Parador und dadurch auch nicht mehr zugänglich. Ein Anruf von Alex informiert mich, dass er in Guadix schnell einen Zug nach Madrid hatte und es ihm wieder etwas besser gehe. Morgen fährt er nach Alicante, von wo er in nächster Zeit einen Direktflug nach Hause in Nordnorwegen hat.

Maria (links) von der Cueva Maria
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Belinda (rechts) von der Cueva Maria
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2 Antworten zu 06. Alquife – Guadix

  1. Martha sagt:

    Deine Wege führen ja zum Teil durch eine zimmlich wilde Natur
    die Fotos sind sehr schön
    Hoffentlich bekommst du bald wärmeres und auch trockeneres Wetter
    „GUT SCHRITT“ wünscht dir Martha

  2. Franz Noser sagt:

    Weiterhin spannende Entdeckungen und bereichernde Begegnungen wünscht dir
    Franz, momentan in Cihangir, Istanbul.

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