21. Castuera – Campanario

Samstag 28. April 2018    23.3 km

Nein, nein, das ist keine Gefängnisszelle

Gestern traf noch ein Radpilger in der Herberge ein. Ein Spanier, der auch in Almería gestartet ist. Er ist seit einer Woche unterwegs. Mit dem Velo bist doch noch schneller. Vor ich zulaufen kann, muss ich noch den Schlüssel bei der Polizei einwerfen. Das Thermometer zeigt nur 12° Grad an. Zudem geht ein kalter Wind. Ich überlege noch, ob ich die Regenjacke, die mehr gegen den Wind schützt, anziehen soll. Ich lass es bleiben und laufe zügig. Als die Sonne aufging, schien sie kurz unter der Wolkenschicht durch, bevor sie sich wieder hinter ihr versteckte. Auf dem Weg zeigten sich vier Hasen. Zwei kleine, dunkle Tiere huschten über die Strasse. Keine Ahnung, was es hätte sein können. Ständige Begleiter sind aber die Vögel. An einer Stelle, wo einige Bäume dichter zusammenstehen, ist ein enormes Konzert. Jeder will lauter sein als der Andere. Ob das alles Weibchen sind?!!? Ein Stück verläuft der Weg entlang einer Eisenbahnlinie. Zu meiner Überraschung fährt hier doch ein Zug. Bei einem stillgelegten Bahnhof, nach 8.5 km, mache ich die einzige Pause heute. Leider war auch das Bahnhofsbuffet stillgelegt!

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Vorwiegend führt der Weg vorbei an Weiden mit grossen Steineichen. Einzelne grosse Getreideäcker sind ebenfalls zu passieren. In der Nähe eines Hofes grast einsam ein Esel. Als er seinen „Kollegen“ daher laufen sieht, begrüsst er mich mit herzhaftem i-a. Übrigens: Kennt jemand das Verb für dieses Geräusch?

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Der Weg ist mit Markierungssteinen mit der Inschrift VR gekennzeichnet. Das bedeutet, dass man auf einer „Vias Pecuarias de Extremadura“ unterwegs ist, einem der traditionellen Viehtriftwege.

 

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Die Temperatur bleibt bis zum Etappenort immer so, dass man bei Sonnenschein die Fleecejacke ausziehen möchte, wenn eine Wolke die Sonne verdeckt, ist der Wind richtig kalt und man braucht sie. So behalte ich sie den ganzen Weg an. Einige Kilometer vor Campanario brausen plötzlich drei Motocrossfahrer in einer Staubwolke daher. Diese Kies-Sandpisten reizen zum drüber rasen. Für die Herberge muss der Schlüssel im Rathaus oder bei der Polizei abgeholt werden. Das Rathaus ist natürlich Samstags geschlossen. So rufe ich die dort angegebene Nummer der Polizei an. Sie versuchten mir zu erklären, wo die Herberge und die Polizei sich befinden und gaben mir einen Strassennamen an. Während ich mich noch am Orientieren war auf Google-Maps hielt schon ein Streifenwagen und ein Polizist erklärte mir den Weg. Es geht noch gut einen Kilometer ans Ende der Stadt. Dort solle ich mich nochmals telefonisch melden, wenn ich angekommen bin, was ich dann auch machte. Sie kamen dann, aber nicht von dem, der Herberge gegenüberliegenden Posten, sondern von dem neben der Herberge sich befindenden Festplatz.

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Hier findet die Fería statt, eine Mischung von Dorffest und Kilbi. Sie fragten mich dann, ob ich wirklich hier schlafen wolle (wegen des Lärms), oder doch noch zur andern, privaten Herberge ausserhalb des Ortes ziehen wolle. Ich blieb aber dabei und bezog hier Quartier. Nach dem Duschen besuchte ich das Fest, ass etwas und schaute noch eine Zeitlang den Volkstänzen zu. Anschliessend machte ich noch einen Bummel in die Stadt. Diese war wie ausgestorben. Alle Bars waren geschlossen und kein Mensch zu sehen. Anscheinend waren alle an der Fería. In einem Chinesenshop, der als einziger offen war, kaufte ich noch was für morgen ein. Nach einer kurzen Siesta lief ich nochmals durch das Fest. Im Zelt, wo es die feinen Spiesschen gab, waren diese bereits ausverkauft. Das übrige Festgeschehen war mehr auf die jüngere Kundschaft ausgerichtet. So zog ich nochmals in die unweit liegende, offene Bar, ass eine Kleinigkeit und buchte die Übernachtungen für morgen und in Madrid. In Don Benito war nichts mehr zu haben, so werde ich am späten Nachmittag nach Mérida fahren und dort übernachten.

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Ein Kommentar zu 21. Castuera – Campanario

  1. Fischer Rosmarie sagt:

    Grüezi Peter
    Herzlichen Dank für deine interessanten Berichte mit schönen Bildern. Ich denke dass du nun ein paar Tage noch ausruhen wirst und dann sage ich : Willkommen wieder
    z Schlaate ! Gruss Rosmarie Fischer

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