20. Monterrubio de la Serena – Castuera

Freitag 27. April 2018 19.4 km

Endlich gesehen, den Wiedehopf

Ich habe ihn gesehen. Das erste Mal: Den Wiedehopf. Fast täglich habe ich ihn gehört, aber nie gesehen. Heute ist er mir vor der Nase durchgeflogen und hat sich auf einem Baum niedergelassen, solange, dass ich ihn fotografieren konnte. Am Morgen beim Ortsausgang habe ich noch Olis Bar und Disco gesehen. Wusste gar nicht, dass er hier auch noch was laufen hat! Der grösste Teil des Weges führte heute über eine Asphaltstrasse. Aber anders als gestern war es heute eine schönere Gegend. Verkehr gleich null. Zuerst durchquert man eine Olivenplantage. Es hat also hier auch noch einige. Dann folgten Dehesas und am Strassenrand blühen immer wieder Jaras / Zistrosen. Landwirtschaftlich wird hier viel genutzt. Grosse runde Steine mitten auf dem Feld fallen auf. Wie sind die wohl hierher gekommen?

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An einem Wasserloch sehe ich voraus immer wieder was im Wasser verschwinden, konnte aber nicht erkennen, was es war. Ich vermute aber, es waren Kröten. (Nachtrag: Im Blog von Maggie sah ich, dass es Schildkröten waren.) Was man auf dem schönen Foto nicht erkennt, war dass das Wasser fürchterlich stank. Eine grosse Heuschrecke bewegte sich nicht von der Strasse, als ich kam. Vermutlich wollte sie fotografiert werden. In der Nähe steigt ein grosser Vogel auf. Ich hole die Kamera hervor und beginne zu fotografieren. Es erscheint noch einer und noch einer und noch einer. Plötzlich kreisen 20 – 30 Vögel über dem Feld. Ich fragte am Abend jemand, was es für Vögel seien. Er meinte beim Anschauen der Fotos zuerst es seien Adler. Als er aber das Foto mit den vielen sah, korrigierte er sich, dass es Geier sind. Adler kreisen nicht in Gruppen. Beide Arten sind in der Extremadura sesshaft.

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In Castuera nächtige ich wieder mal in der Herberge. Anmelden und den Schlüssel holen muss man bei der lokalen Polizei. Übrigens muss man sich bei jeder Übernachtung mit Ausweis anmelden. Als ich dem Beamten meine ID gab, betrachtete er sie, als ob es eine Kundenkarte oder sonst was wäre. Dreimal fragte er mich nach der Nationalität, dreimal sagte ich Suizo, dann fragte er mich nach dem Land, dreimal sagte ich ihm Suiza. Dieser Mensch hatte anscheinend noch nie was von der Schweiz gehört. Ein anderer Anwesender konnte ihm dann helfen, dass er das Formular noch ausgefüllt kriegte.

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Auf meinem Etappenplan war eigentlich eine Doppeletappe vorgesehen gewesen. Zur Zeit macht es aber keinen Sinn, ohne zwingende Grund eine 40 km Strecke zu laufen. Darum wähle ich die Etappe, wie sie im Wanderführer vorgesehen ist. Die Australier laufen die Doppeletappe. Trotz der kurzen und leichten Etappe, spürte ich in den Waden wieder Schmerzen. Daher entschliesse ich mich, die morgige Strecke von 23 km zu laufen, übermorgen Sonntag den Camino in Don Benito nach 26 km abzubrechen. Dies ist die letzte Station, von der ein Bus oder die Bahn nach Mérida fährt. Nachher müsste ich bis Dienstag weiterlaufen. Das letzte Teilstück soll sowieso nur noch auf der Strasse zu laufen sein. Das weitere Vorgehen muss ich noch planen. Je nach Verkehrsverbindung lege ich vielleicht noch einen Zwischenstopp in Ávila oder Toledo ein, bevor ich nach Madrid fahre.

Vamos a ver.

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4 Kommentare zu 20. Monterrubio de la Serena – Castuera

  1. Monika & Carsten Fritz sagt:

    Lieber Peter, wir sind für Dich sehr traurig, dass Du Deinen Weg nicht wie geplant zu Ende bringen kannst. Umso mehr wünschen wir Dir ganz viel Genuß auf Deinen letzten gegangenen Kilometern
    Monika y Carsten

    • pmschlaate sagt:

      Danke Monika und Carsten
      Besser man hört auf, solange es noch freiwillig ist. Es waren trotzdem drei schöne und eindrückliche Wochen. Alles Gute für euren Weg. Ich werde ihn mit Interesse verfolgen. Danke auch für die aufmunternden Komentare.
      Ultraya Peter

  2. Elsbeth +Jakob Vogelsanger sagt:

    Hoi Peter Mit grossem Interesse haben wir Deine Wanderungen mitverfolgt und teilen mit Dir die Freude daran. Leider können wir Dir dieses Jahr nicht persönlich
    „Grüezi“ sagen,so greifen wir halt zu diesem Weg.
    Alles Gute und Hut ab!
    Herzliche Grüsse Elsbeth + Jakob

    • pmschlaate sagt:

      Liebe Elsbeth und Jakob
      Danke für euer Interesse. Wir werden uns sicher wieder mal sehen, wenn auch vermutlich nicht in Kanada. Die sprechen dort eben so eine komische Sprache!
      Liebe Grüsse Peter

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