12. Alcalá la Real – Alcaudete

Mittwoch 18. April 2018 24.6 km

Heute in kurzen Hosen

Die Internetzustände hier sind sehr mangelhaft. Ich fand gestern noch ein Café mit respektablem Zugang. Den Beitrag vom Montag konnte ich nachliefern. Beim Bearbeiten des Dienstagberichtes hiess es plötzlich: Zeit abgelaufen. Neuer Zugang in 1.5 Stunden möglich. Da muss ich aber im Bett sein.

Am Morgen habe ich mir den Ausgang aus der Stadt anhand der Beschreibung im Wanderführer auf der Karte noch eingeprägt, was sich als gut erwies. Bei einer Verzweigung mit 5 Strassen sah ich mich suchend um. Da ruft und winkt jemand auf der andern Strassenseite und zeigte den gesuchten Weg. Dieser führte dann aufs Land hinaus. Auf einem der letzten Höfe rannte, wie üblich, ein grosser Hund daher. Alles ganz normal. Dann erschien sein Kollege und ich musste zweimal hinschauen: In seiner Schnauze trug er ein lebendes Huhn. Er setzte es ab, schaute mich kurz an und Huhn und Hund trotteten wieder weg. Der Weg führte heute fast ausschliesslich durch Olivenhaine. Die Bauern sind fleissig am rausschneiden der Bäume. Zwischen den Reihen stapelt sich das Geäste.

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Lang Zeit laufe ich im Schatten in einem Tal. Dann unterquert der Weg in einem Tunnel die N-432. So lapidar steht es im Führer. Dass aber auch ein Bach diesen Weg benutzt steht nirgends. Irgendwie schaffe ich es trockenen Fusses durchzukommen. Das Beste (oder Schlechteste) kam anschliessend. Der Weg führt über einen 1.2m hohen Wasserfall weiter! Da musste Müller mal ausrufen! Nutzen tat‘s aber nichts. Ich habe dann den Rucksack am Rande hingelegt, setzte mich auf den Rand und sprang runter. Ein bisschen Wasser kam noch in den Schuh, was bei diesen Temperaturen kein Problem ist. Den Rucksack noch nachgereicht und weiter gehts auf der andern Seite den Hang hinauf. Es folgen wieder schöne Wege. Kurz nach dem Wasserfall machte ich die schon lange geplante Pause. Ich zögerte sie extra hinaus, um so lange wie möglich den kühlen Schatten zu geniessen. Da die Fortsetzung jetzt auf der Sonnenseite erfolgt, zog ich bei der Pause die Jacke aus und entfernte die Hosenbeine.

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Nach 14 km war ein kleiner Ort erreicht. Hier gab es eine Bar, zu der es mich hinzog. Toni, der Berliner sass auch schon hier. Er war einiges nach mir gestartet und trotzdem war er vor mir hier, ohne dass wir uns gesehen hatten. Als er den Wasserfall gesehen hatte, ging er zurück auf die Landstrasse und folgte dieser. Da ich in diesem Abschnitt die Pause einlegte, überholte er mich unbemerkt. Nach dem Bar Aufenthalt laufen wir gemeinsam weiter. Wir achteten nicht auf den Weg bis wir merkten, dass der Weg im Dorf abzwieg. Ein Blick auf die Karte zeigte aber, dass nach einem Kilometer der Weg wieder zur Strasse zurückführt und wir auf dieser bleiben können. Etwas mehr als eine Stunde laufen wir zusammen in der Hitze. Dann suche ich mir ein schattiges Plätzchen für eine Rast. Der Weg wird auch von den Bauern befahren, die zu ihren Olivenplantagen müssen. Wenn in der freien Natur ab und zu mal so ein Fahrzeug vorbeifährt, riecht man erst, was für ein Gestank sie hinterlassen. In der Stadt fällt das gar nicht auf. Gegen drei Uhr erreiche ich Alcaudete.

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Das im Wanderführer angegeben Hostal Hildalgo war schon ausgebucht (nach Booking.com müsste es noch zwei Zimmer zu 52€ haben, und um 7 Uhr war immer noch eines offen. Ich glaube der Wirt wollte einfach nicht!). In der anderen Unterkunft wäre auch noch ein Doppelzimmer zu 56€ zu haben gewesen. Dies war mir aber zu teuer. Durch fragen erfuhr ich, dass es im Spa Ruedea auch noch Zimmer gäbe und suchte dieses Haus auf. Zu meiner Erleichterung gab es freie Zimmer und der Preis für Peregrinos (Pilger) war 20€. Am Abend waren 5 Pilger die ich in Moclin schon getroffen hatte, ebenfalls hier. Auch Toni erschien. Er suchte die öffentliche Herberge und wartete dort 1 ½ Stunden bis jemand erschien um ihm mitzuteilen, dass die Herberge wegen Renovation geschlossen sei! Nach den üblichen Arbeiten setzte ich mich ins Restaurant, bestellte eine (grossen) Salat mit Tomaten, Tunfisch und vieles mehr, dazu zwei gut eingefüllte Glas Wein und einen Kaffee. Die Rechnung: 27.60 aber inklusive der Übernachtung! Dann folgte noch der Gang zum Supermarkt. Morgen auf den 25.5 km Etappe gibt es keine Einkehrmöglichkeit.

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1 Antwort zu 12. Alcalá la Real – Alcaudete

  1. Monika & Carsten Fritz sagt:

    Lieber Peter, mach‘ Dir keine Sorgen um Hund und Huhn, die Tiere unserer Freunde auf Mallorca spielten auch immer dieses Spiel!
    Halte morgen gut durch, Du schaffst das schon!!
    Liebe Grüße
    Monika y Carsten

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