10. Granada – Moclin

Montag 16. April 2018 36.3 km

Don Pedro el peregrno

Die Strassen Granadas sind nass vom nächtlichen Regen, als ich um sieben Uhr loslaufe. Den Weg bis kurz nach der Kathedrale habe ich mir gestern angesehen. Noch ein paar Wegzeichen fand ich, dann war das Gefühl und GPS gefragt. Zwischendurch traf ich wieder mal auf Symbole. Der Gipfel war, als auf einer Strecke von 200 m, wo man weder links noch rechts flüchten konnte, an vier Masten die Muschel und der Pfeil angebracht waren. Bei der nächsten Kreuzung aber keine Fortsetzung mehr zu sehen war. Irgendwie schaffte ich es bis in den ersten Vorort. Durch den fragte ich mich durch. Erst als die Stadt und die Agglomeration hinter mir lagen, wurde es ein bisschen besser mit den Markierungen. Die Signalisation blieb zwar dürftig, aber man konnte sie besser interpretieren. Nach 12 km machte ich in Atarfe halt für einen Kaffee mit Churros. Anhand dieser Churros muss ich nachträglich feststellen, dass das gute Gebäck, dass mir die Dame in Los Baños gegeben hatte, ein anderes, aber auch im Fett gebackenes Gebäck war. Am Ortsausgang kaufte ich in einer Fruteria zwei Bananen und eine Orange für 75 Cent. Weiter verläuft der Weg auf einer befestigten Güterstrasse mit Geschwindigkeitsbegrenzung 30 kmh. Ich weiss nicht, rechnen die Spanier 30 pro Achse oder Rad. Auf der rechten Seite verläuft das Bahngeleise. Anscheinend haben sie hier auch noch nicht den Stundentakt. Auf den Feldern rechts wird teilweise Spargel angebaut. Auf einigen sind sie am Stechen (Ernten).

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Ab Granada gibt‘s ja einen deutschen Wanderführer. In diesem endet die erste Etappe in Pinus Puente nach 20.8 km. Hier treffe ich um viertel nach 12 ein. Eine Pause von einer dreiviertel Stunde bei einem Bier und Bocadillo reicht hier. Von hier aus gibt‘s eine alternative Route am Bach entlang und über einen alten Verbindungsweg bis Los Olivares. Dieser ist ein Kilometer kürzer und führt nicht so hoch hinauf. Ich entschliesse mich für diesen. Bei einer Stelle, wo ein Pfeil der Strasse nachfolgt und ein anderer zum Bach runter zeigt, wollte ich gerade diesen wählen. In diesem Moment kommt von hinten ein alter Spanier auf seinem Moped gestikulierend und brüllend daher. Sein Andalusische Gerede verstand ich überhaupt nicht, aber was er sagen wollte war klar. Der Weg sei nicht passierbar und das Wasser stehe bis zum Hals. (Dies bestätigte am Abend ein Deutscher in der Herberge. Er musste einige Kilometer wieder zurück). Da war für mich klar, dass ich auf der Strasse laufen werde.

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Eine weitere kurze Orangen- und Bananenpause folgte unter einem Olivenbaum. Nach etwa der Hälfte dieses Abschnittes zeigten gelbe Pfeile ins Feld hinein. Da weit und breit kein Bach mehr zu sehen war, folge ich diesem Weg und bereute es nicht. Auf schönem Feldweg gelange ich durch Wiesen und Olivenhaine nach Los Olivares. In einer Bar am Ortsanfang kehre ich ein um nochmals den Durst zu stillen. Zum Bier gibt‘s ja meistens noch eine Tappa und die Wasserflasche konnte ich auch noch auffüllen. Von hier folgt noch der gefürchtete und bekannte Aufstieg nach Moclín. Auf drei Kilometer steigt der Weg fast 400 m. Ein älterer Mann meinte, ich müsse zwei Stunden rechnen. Meine Planung sah anderthalb vor. Während des Aufstiegs ergaben sich einige herrliche Ausblicke über das Land und zur verschneiten Sierra Nevada. Nach bereits 33 km in den Beinen war der Aufstieg schon schwer, aber trotzdem schaffte ich es unter der geplanten Zeit. Gestern hatte ich mir noch ein Zimmer in der Herberge gebucht. So war ich zeitlich nie unter Druck. In der Herberge waren bereits sechs, sieben Pilger. Sie alle waren von Pinus Puente gestartet. Ich habe ein Einzelzimmer. Duschen musste ich fast kalt. Unten hatten sie anscheinend warmes Wasser. Die Wäsche fällt heute aus. Morgen habe ich mehr Zeit. Die einzige Bar im Ort ist am Montag geschlossen. Aber der kleine Dorfladen hat geöffnet und so können wir uns dort mir Fressalien und Getränken eindecken und essen in der Herberge.

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1 Antwort zu 10. Granada – Moclin

  1. Fischer Rosmarie sagt:

    grüezi Peter
    Hier in Schlaate geniessen wir schon sommerliche Temperaturen, obwohl wir rechnen müssen dass es nochmals kalt werden kann mit evt. Frostnächten.
    Die gelbblühenden Felder neben dem Spargelfeld , sind das Rapsfelder ?
    Ich wünsche dir weiterhin gutes Wetter und dass du nie Durst leiden musst.
    Gruss Rosmarie

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