09. Quentar – Granada

Sonntag 15. April 2018 18.8 km

Spieglein, Spieglein an der Wand...

Spieglein, Spieglein an der Wand…

In Anbetracht der kurzen Etappe lasse ich es langsam angehen. Die Waden schmerzen ein bisschen, was aber nicht verwunderlich ist nach der gestrigen Etappe. Nach mehr als 700 m rauf und 800 m runter muss man sie spüren. Vor allem der Abstieg am Schluss war happig und hinterliess Spuren. So schleiche ich vorsichtig durch das Dorf runter. Der einzige Ort unterwegs ist schnell erreicht. Eine Bar ist nicht offen, brauche ich jetzt auch noch nicht. Eine schlaue Wegführung hinter dem Rathaus will mich durch einen Bach jagen. Wenn man aber vor dem Rathaus nach links ausweicht, kommt man nach wenigen Metern wieder mit dem Weg zusammen. Am Dorfende steigt der Weg an. Zu einem Zeitpunkt, an dem ich in den letzten Tagen die Handschuhe auszog, entledige ich mich heute der Jacke. Bei Sonnenschein beginnt ein langer Aufstieg. Einige Maurische Befestigungstürme stehen am Weg. Vorposten von Granada? (Nachtrag: Nein, Reste eines Aquäduktes aus dem 14. Jahrhundert)

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Nach drei Stunden scheint die Höhe erreicht zu sein. Jetzt ist Zeit, eine Pause einzulegen und eine Banane mit Schoggidrink zu genehmigen. Zwar ist der höchste Punkt noch nicht ganz erreicht, es geht noch einige Male ein bisschen rauf und runter. Hier oben scheint ein beliebtes Revier für Mountainbiker zu sein, die aus dem nahen Granada hier her kommen. Aber ich glaube, die wenigsten fahren aus eigener Kraft hoch. Etwa 2.5 km hält sich der Weg auf diesen rund 1000 m.ü.M. Es folgt wieder ein fast 8 km langer Abstieg. Meist human und die Wege passabel. Aufpassen muss man vor allem, dass man nicht von den «Mountenbickler» überfahren wird. Wandere trifft man auch unterwegs. Ein Grosteil läuft aber auf einem Pfad, der rund 100 m über dem Talgrund liegt und ein beliebter Bergpfad zu sein scheint.

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Die ersten Häuser die weit in dieses Tal hinauf gebaut wurden, tauchen auf. Die Pfeile zeigen dann plötzlich rechts hoch zu einem Kloster. Dieses muss ich nicht unbedingt gesehen haben und bleibe deshalb auf der Strasse. Auf diese kehrt später auch der Weg übers Kloster wieder zurück. Auffallend hier ist, dass schon Touristen anzutreffen sind. Den Grund dafür erfahre ich nach einigen 100 Metern.

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Plötzlich erblickt man die Alhambra in ihrer ganze Pracht. In der ersten Bar setze ich mich davor zu einem Bier mit herrlicher Aufsicht auf Granadas berühmtestes Monument. Der Weg bis in die Stadt rein ist fast schlimmer als die gehassten Bachbette. Tausende Menschen, ohne Übertreibung, strömen entgegen. Zwischen diesen, und den Touristentaxis, die hier auch fahren dürfen, erkämpfte ich mir einen Weg ins Zentrum. Ich glaube, das letzte halbe Jahr zusammen habe ich nicht so viele Menschen gesehen wie jetzt hier. Nebst den ausländischen Touristen sind heute Sonntag auch alle Einheimischen und spanische Ausflügler unterwegs. Zweimal fragte ich die Polizei nach dem Weg und erreichte so das Hotel recht schnell. Um eins war ich bereits in der Pension Hidalgo. Dank frühem Buchen habe ich so eine zentral gelegene Unterkunft für 20€. Ausser dem Besuch der Kathedrale mache ich mir hier einen entspannten Nachmittag zum Erholen.

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Übrigens ist die Engländerin Maggie, mit der ich auf dem letzten Camino zusammentraf, und die auch eine Blogg unterhält, genau eine Woche hinter mir auf dem gleichen Weg unterwegs.

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2 Antworten zu 09. Quentar – Granada

  1. Martha sagt:

    Zum Glück hast du wieder besseres Wetter
    Eindrucksvolle Fotos viel Glück für morgen
    Wünscht dir Martha

  2. Monika & Carsten Fritz sagt:

    Hallo Peter,
    wie schade, dass Ihr, Maggie und Du, Euch um 1 Woche verpasst. Waren heute Dir zu Ehren auch auf einer kleinen Tour, bei uns geht es in 5 Wochen los, wir scharren schon mit den Hufen!
    Weiterhin Ultreia! Monika y Carsten

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