05. Huéneja – Alquife

Mittwoch 11. April 2018 20 km

Blühende Mandelbäume im Schnee

Gestern Abend haben wir noch gut gegessen. Wir bestellten einfach ein Nachtessen und liessen uns überraschen was kommt. Nach den Tapas zu beurteilen, die man uns zum Bier am Nachmittag offerierte, musste es etwas Gutes geben. Zuerst kam eine Platte mit grünem Salat, garniert mit Tomaten, Peperoni, Oliven und Spargeln. Dann eine heisse Eiersuppe und als Hauptspeise Kalbsschnitzel garniert mit Gemüse und Pilzen (richtige, nicht nur Champignons). Dazu den Wein und ein Dessert. Das ganze wieder für 10 Euro. In den Nachrichten zeigen sie verschneite Landschaften aus allen Regionen Spaniens. Seit dem späten Nachmittag regnet es hier, auch noch beim Zurückgehen in die Herberge. Die Wäsche war trotz der eingeschalteten Heizung noch nicht trocken. Im Zimmer war es aber angenehm warm und ich legte mich früh schlafen.

Ich stehe wieder zeitig auf und lasse mir Zeit beim Packen und Vorbereiten. Um 07.15 verlasse ich die Herberge. Es regnet nicht mehr, dafür schneit es. Ausserhalb des Dorfes zweigt ein kaum erkennbarer Pfad vom Weg ab, den Hang hinauf. Meine Befürchtung ist, dass wenn der Schnee liegen bleibt, die auf die Steine gemalten Pfeile nicht mehr zu erkennen sind. Der Schneefall hörte nach einer halben Stunde auf.

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Im Rücken schob sich die Sonne zwischen den Wolken durch und noch vor Erreichen des ersten Dorfes nach 5 Kilometer war der Himmel blau. Tausende in der Blüte stehende Mandelbäume flankieren links und rechts den Weg. In Dolar mache ich eine Kaffeepause. Man kann hier, trotz des Namens, mit Euros bezahlen! Auf dem weiteren Weg beginnt es wieder zu Schneien. Der Pfad ist trotzdem gut begehbar.

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Der Schnee bleibt kaum liegen. Bizarr ist die Landschaft mit den blühenden Bäumen und dem Schnee. In Ferreira, dem nächsten Ort nach ca. 11 km mache ich eine längere Pause. Da heute eine kurze Strecke bevorsteht, habe ich viel Zeit. Beim Ortsausgang treffe ich auf Alex. Er war hier in einer andern Bar. Nach ca. 2 km überquere ich die Strasse, auf der wir vor einigen Jahren schon mal mit dem Auto Richtung Guadix unterwegs waren. Von hier sieht man das imposante Schloss Calahorra.

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Der Weg führt entlang weiterer Mandelplantagen zum gleichnamigen Ort runter. Im Ort steht der 100 km Stein. Für eine Pause hatte ich keine Lust und laufe weiter. Am Ortsende fällt mir ein kleiner Turm bei einem Haus auf, den ich näher betrachten will. Er kam mir bekannt vor. Hinter dem Gartentor stand gerade der Künstler dieses Gebilde und ich fragte ihn, ob es die Giralda (von Sevilla) sei, was er bejahte. Stolz bat er mich rein um weiter Kunstwerke zu zeigen. Darunter war ein Wandgebilde aus Einlegearbeiten, dass ein Bild von Van Goch darstellte. Dann erklärte er mir das Kunstwerk am Tor. Ich fragte ihn dann noch nach den Namen der Berge und was das für blühende Bäume sind.

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Von Hieraus waren es nur noch vier Kilometer bis zum Etappenort Alquife. Bei strahlendem Sonnenschein, aber kalter Temperatur laufe ich diese Strecke, immer mit dem Blick auf die weissen Gipfel der Sierra Nevada. Am Ortseingang befindet sich eine stillgelegte Ziegelei mit einer riesigen Tongrube. In der Mitte des Ortes laufe ich bei der Kreuzung zu einer Bar. Es stellte sich heraus, dass sie dem Bruder des Hospitalero gehört. Dieser erschien dann auch bald, aber ich wartete dann noch auf die andern. Der Barbesitzer war früher für acht Jahre in Luzern und Zürch und spricht noch ein wenig Deutsch. Wir werden dann in die Herberge gefahren. Diese liegt wiedermal ausserhalb des Ortes. Von hier telefoniere noch nach Guadix. Dort hatte ich mir vorab eine Wohnung in einer Höhle reserviert. Wir werden morgen alle drei dort übernachten. Zum Abendessen kehre ich nochmals in die Bar zurück. Alex will in der Herberge bleiben. Er ist müde. Tom kommt vielleicht noch nach.

Sierra Nevada
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1 Antwort zu 05. Huéneja – Alquife

  1. leonarda stamm sagt:

    Hallo Peter ich erzählte meiner Kollegin von deinem Camino ,sie war begeistert wir wollten vor zwei Jahren diesen weg unter die Füssen nehmen leider kamm es anders doch wir sind immer noch daran interresiert .ich hoffe du kannst mir sicher davon erzählen. Ich wünsche dir weiterhin noch alles gute und hoffentlich blasenfrei. Buon Camino und alles gute Wünscht dir Leonarda

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