02. Santa Fe de Mondújar – Alboloduy

Sonntag o8. April 2018 15.5 km

Casa Rural in Santa Fé

Vor dem Start treffe ich mich noch mit Alex in der Bar zu einem Kaffee. Tom erschien nicht. Er musste noch etwas erledigen. Um viertel nach acht laufen wir los. Von Beginn an stieg die Strasse an. Bald zweigte der Weg rechts ab, steil den Berg hoch, um oben wieder auf die gleiche Strasse zu gelangen. Diese führte uns über den ersten Berg. Auf einer steilen Betonpiste ging’s wieder zu einem Bachbett runter. Die erste Bewährungsprobe für die Waden. Nach einer Weile wandern im Bachbett, in dem auch Autos fuhren, zweigt der Weg wieder ab, den Berg hoch. Ein langer Aufstieg erfolgt. Alex, der schneller läuft, muss dafür viele Pausen machen. So bin ich teilweise wieder vor ihm unterwegs.

Zwischen Santa Fe und Alsodux
Alex
Zwischen Santa Fe und Alsodux
Zwischen Santa Fe und Alsodux

Nach 5.5 km ist der höchste Punkt des zweiten Berges erreicht. Hier holt uns Tom ein. Der 67 jährige stürmt den Berg hoch wie ein junges Reh. Beim Betrachten des Abstieges denkt man unweigerlich an die Mausefalle der Hahnekamm-Abfahrt. Mindesten so steil geht‘s runter. Ich wage mich zuerst rein, lasse aber bald den Schnelleren den Vortritt. Unten angekommen geht‘s gleich wieder den dritten Berg hoch. Bis anhin verdeckte immer eine Wolke die Sonne, aber ab jetzt ist strahlender Sonnenschein, der den Schweiss auf die Stirne treibt. Teilweise weht ein kühler Wind, der das ganze etwas erträglicher macht. Ein letzter, wieder steiler Abstieg führt ins Dorf Alhabia. Hier in einer Bar kann ich endlich der Bedienung die drei berühmten Worte zuflüstern: Bitte ein Bier / Porfavor una Cerveza! Tom sitzt schon länger hier und geht bald wieder. Alex braucht auch noch etwas «Gazolino Preregrino» und natürlich seine Zigaretten.

Blick auf die Sierra Nevada
Alex und Tom
Zwischen Santa Fe und Alsodux
Alhabia

Die letzten 7 km verlaufen wieder entlang einem mehr oder weniger ausgetrocknetem Bach, aber hier nicht mehr im Bach, sondern daneben auf einer Betonpiste wo nur sehr selten ein Auto kommt. Links der Bach, rechts Plantagen und Gärten mit Oliven und Orangen. Als sich mal die Gelegenheit bot, ohne Probleme zu einem Orangenbaum zu kommen, musste ich unbedingt eine pflücken. So frisch vom Baum geklaut schmecken sie besonders gut. Nach dem Wechseln der Bachseite läuft es spiegelverkehrt so weiter. Eine weitere Orange muss noch den Vitaminhaushalt aufstocken. Jetzt weht der Wind immer stärker. Zweimal muss ich dem Hut nachrennen, den es mir trotz der Kordel vom Kopf fegte.

Nach Alsodux
Orangen - die Vitamine am Wegesrand
Alsodux
«Unkraut» am Wegesrand
«Unkraut» am Wegesrand
Alboloduy

Endlich ist Almoloduy erreicht. Da ich mich vorgängig informierte, wo die Herberge, resp. das Casa Rural liegt, laufe ich direkt den steilen Anstieg dorthin hinauf. Tom ist bereits hier und hat die Besitzerin informiert, dass noch ein unangemeldeter erscheint. Die junge Frau sprach sehr gut Deutsch. Wie sie mir dann sagte, stammt sie aus Deutschland. Es gibt vier Betten hier und ohne Anmeldung hätte es sein können, das ich keines mehr erhalten hätte. So hatte ich Glück. Nach dem Duschen wusch ich noch einige Kleider aus. Das Trocknen vor dem Haus ist riskant, es weht ein starker Wind. Wie die Frau erzählte, nennt man das Tal hier auch das Tal der Winde. In der Unterkunft gibt es kein WLAN und so weiss ich noch nicht, wann ich den Blogbeitrag erstellen kann. Die Fotos und den Text stelle ich bereit. Der Rest muss online gemacht werden.

Vielleicht klappte es später beim Nachtessen in der Bar.

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