Rückreise nach Santiago

Sonntag 31. Mai 2015

Morgens um sieben stehen schon einige Pilger an der Bushaltestelle um nach Santiago zu fahren. Der Bus hat Platz für ca. 60 Personen und das reicht um alle von den zwei Haltestellen auf zu nehmen.

Unter den Fahrgästen sind auch Monika und Carsten, die beiden Österreicher und Joschi und Nickolaus. Die letzten beiden fahren am Montag mit dem gleichen Zug wie ich nach Madrid. Joschis Tochter wohnt dort. Sie werden bei ihr übernachten und fliegen am Dienstag nach Deutschland zurück. In Santiago laufe ich mit Monika und Carsten in Richtung Zentrum. In einer Bar mit Konditorei frühstücken wir. Ich möchte um 12 Uhr die Pilgermesse besuchen. Der Zutritt mit Rucksack ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr gestattet, darum muss ich ihn vorher noch bei der Post deponieren. Der Rucksack wird vor der Annahme noch geröntgt.

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 In der Kathedrale sind 50 Minuten vor Beginn schon alle Bänke belegt. Ich habe Glück, auf einer Treppe im Seitenschiff kann ich noch eine Sitzgelegenheit ergattern. Später wird rechts von mir ein Band gezogen und alle die sich rechts davon aufhalten wollen, werden von den Ordnern weggeschickt. Die Treppe muss frei bleiben. Bei einer eintretenden Gruppe spanischer Touristen klingelt das Telefon. Eine Frau nimmt ab und brüllt ins Telefon, dass sich die halbe Kirche nach ihr umdreht. Die Messe beginnt um 12 Uhr. Jetzt kommt das erste Mal das Gefühl auf: Du hast es geschafft! Zum Abschluss der Messe wird noch der Botafumeiro geschwenkt. Das riesige Weihrauchgefäss wird nur noch an hohen Sonntagen geschwungen oder wenn jemand 300 Euro bezahlt. Die Sponsoren werden sodann erwähnt. Imposant ist es allemal, wenn der 1.5 m hohe und 54 kg schwere Kübel durch die Kirche schwingt. Nach der Messe warten Monika und Carsten auf mich. Sie besuchten die Messe bei ihrer Ankunft in Santiago vor drei Tagen. Wir müssen zuerst meinen Rucksack abholen, die Post ist zwischen 14.30 und 17.00 Uhr geschlossen. Zum Mittagessen begeben wir uns in die Hospedería San Martín Pinario und beenden unsere gemeinsame Zeit bei einem guten galizischen Essen. Nach dem Beziehen des Hotels, welches ich mir schon vor Wochen in der Nähe des Bahnhofes buchte, laufe ich wieder ins Zentrum zurück. Bei einem Bier und ein Zigarre schaue ich den Leuten zu. Es treffen auch um diese Zeit noch Pilger ein. An einem entfernteren Tisch beobachte ich einen Mann in meinem Alter, der ebenfalls eine Zigarre anzündet. Beim Weggehen spreche ich ihn an und er fordert mich auf, mich noch zu ihm zu setzen. Er war mit dem Velo von Deutschland nach Santiago gefahren. Er erzählt mir, dass er schon in vielen Ländern mit dem Velo unterwegs war, schon einige Male auch in Südamerika. Heute habe er eine wichtige Entscheidung getroffen. Er habe heute mit dem Bischof von Montevideo gesprochen, der die Messe zelebrierte. Er werde jetzt seinen Hof im Stadtgebiet verkaufen und nach Uruguay auswandern. Den Bischof und das Land kannte er von früher. Bevor ich ins Hotel zurückgehe, genehmige ich mir noch einen Teller Pulpos

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Morgen werde ich mit dem Zug nach Madrid zurückfahren und noch bis Donnerstag in der Hauptstadt bleiben.

Mein Tagebuch endet hier.

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