14 Laxe – Ponte Ulla

Montag 25. Mai 2015          30.8 km

Beim Aufstehen lasse ich mir Zeit. Eine Toilette mit Papier finde ich auch noch. Was machen wohl diejenigen die später müssen? Kurz nach sieben laufe ich los bis zur Bar. Vor ihr schicke ich noch das Email ab, das ich gestern noch schrieb. Das WLAN reicht in der Regel bis vor das Haus und so kann man am Morgen nochmals die Emails aktualisieren oder nochmals die Wetterprognose abrufen.
Nach etwas mehr als einer Stunde verpasse ich eine Abzweigung und bleibe auf der Strasse, woraus ein Umweg von ca. 1 km entsteht. Dafür habe ich einen moderaten Aufstieg und muss vorher nicht noch in ein Tobel runter. Der Weg ist heute nicht besonders, weder speziell anstrengend noch speziell was die Landschaft anbelangt. Durch Wälder, entlang der Strasse über Felder und Wiesen laufe ich. Diese Landschaft könnte irgendwo bei uns sein, fast die gleichen Wiesen und Hügel wie die unsrigen. Eine Pflanzkultur sticht dann doch noch heraus. 4 – 5 m hohe P
flanzen mit hellen Blättern. Ich frage einen alten Mann, der gerade aus seinem Häuschen spaziert nach dem Namen dieser Pflanzen. Entweder spricht er galizisch oder so undeutlich, auf jeden Fall kenne ich den Namen nicht. Ich notiere ihn, um später jemanden zu fragen. Wie ich später erfahre, müssen dies wahrscheinlich junge Eukalyptusbäume gewesen sein. Der Weg in Galizien führt häufig durch Eukalyptuswälder, aber die älteren Bäume tragen demnach dunklere Blätter. Heute mache ich nur eine Pause nach 11 km. Unterwegs sehe ich eine Werbung für eine Pension in Ponte Ulla. Da ich mit dem Umweg bis dorthin auf 30 km komme, beschliesse ich, nur bis dort zu laufen. Ausserdem liegt die Herberge ausserhalb eines Dorfes und ob ich morgen bis Santiago vier oder fünf Stunden brauche, ist auch egal. 8 km vor dem Etappenziel beim Fonte dos carballiños bei Castro holen mich die Italo-Australier ein. Sie sind jetzt mit einem andern Paar unterwegs. Auf der letzten Anhöhe vor Ponte Ulla erblickt man die imposante 86 m hohe und 219 m lange Eisenbahnbrücke die das Tal überspannt. Über die alte Brücke laufe ich ins Dorf. In der Pension  O Churrasco de Juanito beziehe ich ein Zimmer. Nach dem Duschen wasche ich die Wäsche und bringe sie der Wirtin die sie schwingt und aufhängt. Nach einem Bier mache ich eine Siesta. In der Pension sind jetzt auch noch die Italo-Australier abgestiegen. Ein Spaziergang führt mich zum «Supermarkt». Von dort sieht man vier Brücken über den Río Ulla. Der Ort trägt seinen Namen zu Recht. Das Warten auf das Nachtessen verbringe ich mit Tagebuch schreiben in der Bar. Zu  Essen gibt’s  dann eine Suppe, einen gemischten Salat und ein grosses Stück gegrilltes Fleisch mit Pommes. Ich glaube, die Zwiebeln im Salat waren etwas zu viel. Jedenfalls muss ich vor dem Schlafen gehen noch blitzartig aufs WC.

14 Laxe - Ponte Ulla
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