12 Ourense – Monasteria de Oseira

Samstag 23. Mai 2015             30.4 km

Zeitig laufe ich noch in der Dunkelheit los. Auf der römischen Brücke mache ich Fotos von den neuen Brücken über den Miño. Ein Pilgerpaar ist auch schon unterwegs. 500 m weiter ist die Trennung der zwei möglichen Varianten des heutigen Morgens. Ich wähle die linke, trotz eines 19%. Aufstieges. Ausserhalb Ourenses macht die Polizei eine Alkoholkontrolle, die ich

unbehindert passieren kann. Nach 1 ½ Stunden begann der Aufstieg. Zuerst läuft man durch eine Eisenbahnunterführung mit Ampelregelung für die Pilger. Eine Stunde geht’s bergauf, teilweise schnurgerade, von 122 auf 400 m.ü.M. Oben führt es auf einem Feldweg weiter. Nach zwei Stunden mache ich eine Pause auf einem Stein. Für ein Foto haue ich zwei vorbeikommende Pilger an. Es waren nebst diesen zwei nur noch einer unterwegs, der mich überholte. Der Weg führt jetzt durch viele Waldpartien. Später wechselte er zu gelben Ginster-Heiden.

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Die neuen Schuhe scheinen in den ersten Stunden zu passen. Je länger ich aber laufe, desto mehr schmerzen die Füsse. Bis ins Ziel brannten mir die Fusssohlen. Morgen werde ich wieder in den alten laufen und die neuen im Rucksack lassen bis es regnet. Zweimal erhalte ich eine SMS von Monika und Carsten. Sie sind heute in Ourense und wollen wissen, ob ich noch dort bin. In Cea, dem zuerst geplanten Etappenort treffe ich die beiden Schnellzugpilger, die mich heute schon drei- oder viermal überholten. Einer war aus Bayern, der andere aus Holland. Bei ihnen sassen auch noch die Italo-Australier, die ich aus Tábara kannte. Die ersten zwei wollen auch noch bis ins Kloster Oseira. Hier trennt sich der Weg wieder. Ich wähle den längeren und als schöneren deklarierten. Über die holprigen Wege, die in diesem Abschnitt schlecht bis gar nicht markiert sind, schmerzten mir die Füsse noch mehr. Eine halbe Stunde vor dem Ziel mache ich nochmals Pause. Die Herberge im Kloster ist in einem Nebengebäude untergebracht. Ich stelle fest, dass erstens die Bettenzahl in der Herberge viel grösser ist als beschrieben, und dass nur wenige Pilger hier sind. Der Hospitalero spricht sogar ein wenig Deutsch. Er nimmt die Personalien auf. Für den Stempel und das Bezahlen muss man ins Kloster. 6 € kostet es. Im Preis inbegriffen ist aber noch eine Führung durch das zweitgrösste Kloster in Spanien (nach dem Escorial, wo ich auch schon war). Bei der Führung waren wir nur zu zweit, ein Österreicher, der auch schon mit mir in einer Herberge war und ich. Im Kloster leben nur noch 12 Mönche, ein Novize und unser, noch junge Führer. Um viertel nach sieben führt uns der Hospitalero ins Kloster wo die Mönche ihr Abendgebet mit Gregorianischen Gesängen absolvieren. Anschliessend gehen wir noch in die Bar. Da ich vorher schon einen Chorrizo mit Brot gegessen hatte, habe ich keinen grossen Hunger mehr. Einen Teller Suppe mit viel Einlagen reicht. Nachher noch den obligaten Café Solo und den Brandy.

12 Ourense - Monasteria de Oseira
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