8 Lubián – A Gudiña

Montag 18. Mai 2015          24.8 km

In der Herberge war es recht warm und ich schlief nicht gut. Der Weg führt zuerst in ein Tal hinab und vorbei an einem Kloster. Danach beginnt der Aufstieg zum Pass A Canda. Anders als gestern verläuft der Weg grösstenteils im Schatten durch Ginsterbüsche oder Wald. Den Weg muss man sich vielerorts mit dem Wasser teilen. Es ist so eine richtige Bergwanderung. Drei Spanier oder Italiener überhole ich bei ihrer Pause. Paul aber, der Engländer, rast an mir vorbei wie ein Wiesel. Ein Slowake, den ich auch schon gesehen habe und der auch in Zamora gestartet ist, überholt mich und läuft kurz vor mir. Er filmt viel mit seiner Actionkamera. Beim Überqueren eines Baches und dem anschliessenden Aufstieg war ich sein Objekt. Ich gebe ihm später meine Mail-Adresse mit der Bitte, mir die Bilder zu mailen. Mal schauen, ob er es macht. Beim Aufstieg habe ich fast zu Wilfried aufgeschlossen, der vor mir gestartet ist. Aber ich muss auch einen Halt machen, um das Langarmshirt aus zu ziehen.

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Auf der Passhöhe sitzen Paul und Maggie mit Wilfried am Strassenrand. Bei der Informationstafel wird fotografiert und jeder drückt seine Kamera einem andern in die Hand um von sich ein Foto zu haben. Hier ist die Grenze zu Galizien. Nach Osten überblickt man das Tal, durch das man gestern und heute Morgen gelaufen ist; und nach Westen erstreckt sich das galizische Tal, das man noch durchwandern wird. Den Pass runter geht’s meist moderat mit einigen kurzen Steilstücken. Nach ca. 11km erreiche ich Vilavella. Ein Bauer treibt gerade seine Kühe durchs Dorf. Hier hat es eine Bar. Sie liegt nicht direkt am Weg und suchen mag ich sie nicht. So setze ich mich erst einige Kilometer weiter hin und trinke eine Cola und esse eine Banane. Erstaunlicher Weise habe ich tagsüber wenig Hunger. Die Wege sind hier vielmals sehr sumpfig, obwohl es schon länger nicht mehr geregnet hat. Ei kleiner Brunnen am Wegrand zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Ein Steinbänkchen und ein Steinkreuz laden zum Verweilen ein und am Brunnen hat es ein Trinkgefäss um das erfrischende Wasser zu geniessen. Vor O Pereiro liegt die kleine Ermita de Loreto. Natürlich ist sie geschlossen. Am Dorfeingang überquert eine riesige Perleidechse die Strasse. Mitten drin bleibt sie stehen und ich habe Zeit, sie zu fotografieren. Sie ist mindestens doppelt so gross, wie die Eidechsen die ich bis anhin sah. Nach dem Dorf steigt der Weg wieder an auf eine Hochebene. Diese ist übersäht mit Findlingen in allen Grössen. Hier überholt mich ein Radpilger. Die meiste Zeit muss er jedoch sein Rad schieben.

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Zwischen den Steinen wachsen Gebüsche (weisser Ginster?) und gelbe Blumen. Der Weg ist recht gut markiert. Später verläuft er noch ein Stück auf der Landstrasse und überquert dann die Autobahn nach Norden. Am Ortsanfang von A Gudiña befindet sich das Hostal Oskar. Hier habe ich von unterwegs ein Zimmer reserviert. Ich brauche wieder mal eine Nacht ohne Schnarcher. Um Zwei, genau zur Mittagszeit erreiche ich das Hostal. Nach dem Duschen und Wäsche waschen laufe ich durch den Ort. Als erster läuft mir Wilfried über den Weg und später Åsa, die Dänin. Carsten hat mir gestern geschrieben, dass wenn ich sie sähe, ihr ausrichten soll, dass er ihren Reiseführer gefunden habe. Sie freute sich sehr und schrieb ihm zurück. Anschliessend fährt sie mit einem Taxi nach Lubián zurück um das Buch zu holen. Sie hatte darin viele Einträge, auch vom ersten Mal, als sie diesen Weg lief. 45 Euro war ihr das wert. Am Abend trafen wir uns im Hostal zum Abendessen. Leider verläuft die Unterhaltung meistens in Englisch, wegen der Engländer. Ich verstehe zwar einiges, kann mich aber nicht ausdrücken.

8 Lubián - A Gudiña
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