2 Montamarta – Granja de Moreruela

Dienstag 12. Mai 2015           24.9 km
Das Schnarchen hielt sich in Grenzen. Um halb sieben stehe ich auf und packe meine Sachen. Ich muss mich zuerst wieder daran gewöhnen, die Sachen richtig ein zu packen. Um sieben verlasse ich die Herberge kurzärmelig und in kurzen Hosen. Obenrum ist es noch ein bisschen frisch. Nach der Überquerung des Seitenarms des Ricobayo-Stausees verlässt der Camino die Landstrasse und nach einer Stunde wird die Landschaft vorübergehend schöner. Die ersten Zistrosen machen sich mit ihrem Duft auf sich aufmerksam. Eine unklare Signalisation – ein Pfeil nach links, ein Pfeil nach rechts – sorgen für Verwirrung. Nachfolgende Pilger entscheiden sich für links und ich folge ihnen. Oberhalb des Stausees mache ich Pause. Ein Pilger aus der Nähe von Stuttgart kommt vorbei und will sich auch über die unklare Signalisation erkunden. Es stellt sich heraus, dass der Weg den wir gehen, der originale ist, der aber durch die neue Autobahn-Baustelle eingeschränkt ist. Einige Abschnitte führen auf einem schmalen Pfad am Bauzaun entlang. All zu gross ist die Behinderung nicht, aber sicher schöner als die Umleitung.
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Vor 12 Uhr erreiche ich Riego del Camino, den geplanten Etappenort. Gestern hatte ich bereits beschlossen, noch sieben Kilometer weiter zu laufen, damit die morgige Etappe kürzer wird. In einer Bar kehrte ich ein. Ein Franzose verabschiedete sich. Im Raum war noch ein älterer Gast. Die Wirtin bringt mir den bestellten Bocadillo mit Tortilla, setzt sich wieder auf ihren Stuhl mitten im Raum und glotzte in den Fernseher. Später sollte ich noch einiges über die skurrile Dame hören. Nach dem Mittag stieg die Temperatur an. In etwa der Hälfte zum nächsten Ort laden drei grosse Bäume zu einer kurzen Pause ein. Bei dieser Hitze kann ich froh sein, dass es nicht mehr so weit zu Laufen ist. Am Dorfrand von Granja de Moreruela empfängt mich eine Schafherde auf dem Weg. In der Herberge sind die meisten Betten bereits belegt – für mich eine ganz neue Situation gegenüber letztem Jahr. Ich überlege mir, ob ich zum Nachtessen gehen soll in die Bar. Hunger habe ich nicht. Weil ich aber trotzdem etwas essen muss, gehe ich hin. In der Bar setze ich mich zu Monika und Carsten, einem Paar aus Gelsenkirchen.

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Das Menü besteht aus: Spaghetti – «Plätzli» mit Pommes und Salat – Eis. Inkl. Wein 10 €. Monika und Carsten starteten ebenfalls in Zamora. Sie übernachten aber in Pensionen oder Hostals. Dieser Camino ist – wie bei fast allen auf diesem Weg – nicht ihr erster.

 

2 Montamarta – Granja de Moreruela
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