6 Calzadilla de los Barros – Zafra

Freitag 21.März 2014     20.4 km

Ich konnte einigermassen gut schlafen. Um sechs stehe ich auf und richte mich langsam. Um viertel vor sieben ging ich in die Bar hinunter und bestellte einen Kaffee. Neun Männer sassen bereits dort, schauten Fern und tranken Kaffee, Bier und Schnaps.Um sieben lief ich los, vorbei an der Kirche, über den Platz auswärts auf einen Feldweg. Vermutlich hatte es in der Nacht geregnet. Der Weg war nass. Nebel lag über dem Land. Die Sichtweite betrug max. 100 m. Von der Landschaft sieht man nicht viel. Es ist flach bis leicht hügelig, Ackerland, Weiden und Reben, von denen man aber nur den zurückgeschnittenen Stock sieht.

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Plötzlich versperrte ein Bach das Weiterkommen. Im Führer stand zwar, dass rechts vom Weg Steine liegen wo man rüber gehen könne. Da das Wasser aber höher stand, lagen diese 20 cm darunter. Da gab‘s nur noch Schuhe und Socken ausziehen, Hosen hochkrempeln und vorsichtig über die im Wasser liegenden Steine rüber jonglieren, ohne ins Wasser zu fallen. Auf der anderen Seite trocknete ich mit dem Waschlappen, den ich im Aussennetz trage, die Füsse so gut es ging. Eine halbe Stunde später stand ich vor dem nächsten Bach. Hier waren wenigstens die Steine nicht oder nur knapp unter dem Wasser und ich kam rüber ohne die Schuhe auszuziehen.

Ansonsten verlief der Weg ereignislos. Um zehn begann sich der Nebel zu lichten und bald drang die Sonne durch. In einem kleinen Ort vor Zafra trank ich in einer Bar noch einen Kaffee und liess den Pass abstempeln. Ausserhalb des Ortes machte ich eine Pause und ass etwas.

Nach etwas mehr als einem Kilometer erreichte ich die Geleise des Bahnhofs von Zafra. Entlang diesen führte der Weg zum alten Bahnhof. Der Weg hier ist verzwickt und schlecht markiert. Zum Glück sah mich ein Bahnarbeiter und rief mir. Er erklärte mir den Weg. Ohne seine Hilfe wäre ich vermutlich noch etwas rumgeirrt.

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Nach dem ich das Bahnareal durchquert hatte, verlief der Weg geradeaus in die Stadt. Bald wiesen die ersten Hinweisschilder die Pilger zu einem Informationsbüro. Die Beschreibung im Führer beschrieb jedoch den Weg geradeaus durch den Park. Diesen schlug ich dann auch ein und erreichte kurz vor ein Uhr die Herberge, die in einem ehemaligen Konvent (Kloster) untergebracht ist. Die Zimmer weisen unterschiedliche Bettenzahlen auf. Der Hostaliero brachte mich in einen Fünferraum. Von den zwei Doppelstockbetten und dem Einzelbett bezog ich letzteres. Die Dusche war im Zimmer. Die Wäsche wusch man im Hof mit kaltem Wasser. Auch damit wurden die, heute extrem verschmutzten Hosen, sauber. In der Sonne trocknete die Wäsche schnell.

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Anschliessend machte ich mich auf in die Stadt. Es war schon zwei Uhr und die Geschäfte schlossen. Wie immer in Spanien sind die Strassen nachher leer. Einzig vor einigen Bars sassen die Leute beim Mittagessen. Nach einem ersten Rundgang genehmigte ich mir ein Bier und schrieb eine Email an Leo, der heute Geburtstag hatte, und eine ins Geschäft. Im Anschluss führte ich das Tagebuch weiter. Zurück in der Herberge nehme ich die trockene Wäsche ab, verschicke die geschriebenen Emails. Ich war immer noch der einzige Gast. Da es erst um sieben Nachtessen gab, machte ich mich nochmals auf in die Stadt. Die Geschäfte öffneten wieder und die Leute bevölkerten wieder die Strassen. Auf der Plaza Grande traf ich Jutta und Roland und wir tranken zusammen etwas. Sie waren in der anderen Herberge abgestiegen, zusammen mit einem englischen Paar und dem Franzosen, den ich auch getroffen hatte. Für mich war’s Zeit zum Abendessen und wir verabschiedeten uns, werden uns aber wahrscheinlich morgen wieder treffen. Wir planten den gleichen Weg.

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Das Pilgermenü für acht Euro in der Herberge bestand aus einer guten Suppe, einem Salat, Hähnchen (in Sauce) mit Kartoffeln, Wein und zum Dessert nehme ich ein Joghurt. Der Hospitalero gibt mir noch einen Prospekt der Herberge vom nächsten Tag. Diese wird von seiner Schwägerin betrieben. Nachher machte ich nochmals einen Spaziergang in die Stadt, kaufte etwas Brot, Früchte und Cola. Auf der Plaza Grande trank ich noch einen Brandy und einen Kaffee und sah dem Treiben der Leute zu. Um halb zehn zog ich mich zurück und schrieb noch den Rest.

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