5 Monesterio – Calzadilla de los Barros

Donnerstag 20. März 2014          28.7 bm

Diese Nacht konnte ich relativ gut schlafen. Bevor ich loslief schrieb ich ein Email an LEKI betreffend des gebrochenen Stockes. In der Nacht hat es geregnet. Ich laufe um acht Uhr los, mit einem Stock. Den gebrochenen verstaute ich am Rucksack. Die Landschaft erinnert an britische oder irische Landschaften mit Steinmauern links und rechts am Weg.

Als mein zukünftiger Stock noch ein Baum war

Ich suchte unterwegs ein geeignetes Stück Holz für einen Stock. Was rum lag war entweder verkrüppelt oder morsch. Nach langem Suchen fand ich ein Gehölz mit einem geraden Stück in der gewünschten Dicke. Ein Kontrollblick bestätigte, dass niemand in der Nähe ist. Dann säbelte ich mit dem Messer diesen Ast ab. Noch war er über zwei Meter lang. Ich lief noch etwa eine viertel Stunde, dann setzte ich mich etwas abseits des Weges hin und verpflegte mich. Zugleich kürze ich den Stock auf die gewünschte Länge. Mit dem neuen Stock, links den Alu, rechts den Holzstock, liess sich wieder gleichmässig laufen. Währen der Pause zog ein einzelner Pilger vorbei, den einzigen den ich heute sah. Später überholte ich ihn. Es war ein Franzose der auch schon diverse Jakobswege gelaufen war.

Unterwegs mit dem neuen Stock

Die Landschaft glich jetzt unseren Alpen. Einen kleinen Bach galt es auch wieder zu überqueren. Über die ins Wasser gelegten Steine war das kein Problem. Das letzte Drittel führt durch Ackerland, auf dem das Getreide bereits 1 5 – 20 cm hoch ist. Andere Äcker sind frisch gepflügt. Eigentlich wollte ich in Fuente de Cantos einen gemütlichen Nachmittag verbringen. Ein Schild, ein Kilometer vor dem Ort machte Werbung für eingünstiges Hostal im nächsten Ort und so entschloss ich mich, weiter zu laufen. Ein weiterer Grund war, dass ich dann am Freitag früher in Zafra sein werde und ich mehr Zeit für diese grössere und interessantere Stadt haben werde. In Fuente de Cantos traf ich noch ein deutsches Paar, das ein Restaurant zum Essen suchte. Ich trank in einer Baar einen Milchkaffee und ein Wasser und liess den Pass abstempeln.

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Darauf machte ich mich auf den Weg nach Calzadilla de los Barros. Anna wollte auch bis hierher laufen. Sie hatte am Vorabend angerufen, ob die Herberge offen hat. Ich legte die Strecke recht forsch zurück und suchte das Hostal von der Werbung. Es liegt am Ortsrand an der wenig
befahrenen Durchgangsstrasse. Die Werbung versprach mehr als es war. Immerhin kostete das Einzelzimmer nur 1 0 €. WC und Dusche waren auf dem Flur. Das Lavabo im Zimmer war undicht. Nach dem Wäsche waschen war der ganze Boden nass. Die Wäsche hängte ich ins Fenster zum Trocknen. Nach einem Bier und dem Bezahlen des Zimmers  spazierte ich ins Dorf. Vorbei an der festungsartigen Kirche aus dem 1 5. Jh. betrete ich das menschenleere Dorf. Keine Bar ist offen und kein Laden zu erkennen. Endlich tritt mal ein Mann vors Haus und ich konnte ihn fragen, wo es Lebensmittel gibt. Er erklärte mir einen kleinen Laden der aber jetzt um 1 7.00 Uhr noch geschlossen sein kann. Ich setzte mich auf dem zentralen Platz auf eine Bank und schrieb das Tagebuch. Vor sechs öffnete der Laden und ich kaufte Früchte und Getränke. Brot und Käse hatte ich noch. Nachher setzte ich mich nochmals auf die Bank und genoss die Sonne.

Zurück im Hostal schreibe ich in der Bar am Tagebuch weiter, lese Emails. LEKI hatte geantwortet, dass ich mich an den spanischen Importeur wenden müsse, was ich dann machte. Leider hat der aber in der Nähe keinen Händler. Bis zum Nachtessen sass ich in der Bar des Hostals. Die Wirtin und ein Gast schauten im Fernsehen ein Quiz. Das Menü bestand aus einer ergiebigen Suppe,  nachher, Fleisch mit Gemüse und Pommes Fritten. Zum Trinken bestellte ich Wein. Der Wirt stellte mir eine ganze Flasche hin. Ich genehmigte mir zwei Glas. Zur Nachspeise wurde Obst angeboten aber ich nahm nur einen Kaffee sólo. Das komplette Menü kostete 8.50 € plus 6 € die zwei Bier von vorher. Im Laufe des Abends waren etwa 5 Gäste anwesend. Die 1 5 Zimmer auf meinem Stock waren leer. Die neue Autobahn, die parallel zur Landstrasse verläuft, ist vermutlich massgebend schuld daran, dass hier nichts mehr läuft. Aus diesem Grunde versuchen sie mit Werbung mindestens ein paar Pilger an zu locken.

05 Monesterio - Calzadilla de los Barros
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